Behinderung / Teilhabe

Freiwurf Hamburg

Was sind wir? - EIN TEAM

Alles ist wie vor jedem anderen Handballspiel: Die Spieler bilden einen Kreis an der Mittellinie, und rufen gemeinsam den Schlachtruf "Was sind wir? EIN TEAM!". Einziger Unterschied: Die Mannschaft besteht größtenteils aus Menschen mit geistiger Behinderung. Viel mehr unterscheidet sie nicht von anderen, die begeistert Handball spielen: Es gibt gemeinsame Trainings, man fährt zu Turnieren und spielt in der Liga mit – in der ersten offiziell anerkannten inklusiven Handball-Liga Deutschlands. Initiiert wurde sie von der Initiative "Freiwurf Hamburg", die seit 2010 Menschen mit geistiger Behinderung die Chance bietet, gemeinsam Handball zu spielen und zu trainieren. Ein Freiwurf im Handball wird erteilt, wenn ein Spieler in seiner Bewegungsfreiheit von einem anderen behindert wurde. Der Freiwurf gibt ihm die Chance, wieder ins Spiel zu kommen. "Freiwurf Hamburg" gibt behinderten Sportlern die Bewegungsfreiheit,die sie benötigen, um ins Spiel zu kommen. Im Handball und in der Gesellschaft.

Ausbildung und Einsatz inklusiver Sporthelfer

Menschen mit Behinderung durch Sport qualifizieren und einbinden

Der katholische DJK Sportverband hat sich zum Ziel gesetzt, Inklusion in den Lebensbereichen von Menschen umzusetzen. Dies geschieht aktuell noch zu wenig. Mit dem Projekt zur Ausbildung von Sporthelfern/Sportassistenten qualifiziert der DJK Sportverband Jugendliche und (junge) Erwachsene mit und ohne Behinderung gemeinsam an ihren Lebensorten, in der Schule sowie im Berufsalltag, zur Verantwortungsübernahme durch Sport. Die Sporthelfer/-assistenten bringen sich mit Mitteln des Sports in Prozesse des Schulalltages ein, gestalten ihren Arbeitsplatz mit und stärken ihr Selbstvertrauen und Rollenbild. Das Ausbildungsangebot eröffnet einer großen Anzahl bisher ausgeschlossener Personen (u.a. 350.000 Schüler/innen an Förderschulen und 280.000 Beschäftigte an über 700 Werkstätten) die Möglichkeit zu vermehrter Teilhabe und ist die Basis für gelebte und umgesetzte Inklusion. Zugleich sind die Qualifizierungen „Leuchtturm-Projekte“ für die Teilnehmer/innen und die beteiligten Institutionen.

Baumplattform – Natur pur mit Perspektivenwechsel

„Sag dem Abenteuer, dass ich komme...“

„Natur pur mit Perspektivenwechsel“ bietet die Baumplattform der Outdoorschule Süd e.V. neu und einzigartig in Deutschland auch für inklusive Gruppen. Egal ob mit Rollstuhl oder ohne, im Team wird die Baumplattform erfolgreich erobert um die Natur gemeinsam aus einer anderen Perspektive zu erleben, um ökologische Zusammenhänge zu begreifen und um die persönlichen Stärken zu entdecken. Wir bieten Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 25 Jahren mit besonderen Herausforderungen (Migrationshintergrund, Verhaltensoriginalität, geistigen / psychischen / körperlichen Besonderheiten) die Möglichkeit, sich neuen und ungewohnten Aufgaben in einem attraktiven und „coolen“ Umfeld zu stellen. Unser Ziel ist es, bei den TeilnehmerInnen das Feuer für Aktionen in der Natur, an und auf der Baumplattform zu entfachen. Dies soll sie langfristig dazu anspornen, in der Outdoorschule Süd e.V. eine Möglichkeit zu sehen, selbst als Trainer für inklusive Programme zu arbeiten.

KiTz – Kinder im Takt zusammenführen

Gemeinsam geht's besser

KiTz (Kinder im Takt zusammenführen) ist ein Projekt, das – bislang bundesweit einmalig – Kinder und Jugendliche im Alter von ca. 4 - 18 Jahren aus allen Schichten der Gesellschaft, mit unterschiedlicher geografischer, kultureller und religiöser Herkunft, sowie mit und ohne körperlicher/ geistiger Behinderung/en gemeinsam ein musikalisch orientiertes Projekt wie beispielsweise ein Tanztheater oder HipHop Musical erarbeiten und gestalten lässt. Innerhalb des Projektes lernen sich die Kinder und Jugendlichen in mehrmonatigen Workshops näher kennen; Respekt und Toleranz gegenüber den individuellen Fähigkeiten und Prägungen des Einzelnen werden durch ein gemeinsames Ziel – die Aufführung des erarbeiteten Projektes vor Publikum – gefördert.

www.farbula.com
www.durchmeineaugen.com
www.kitz-jollydent.de

Ich höre was, was du nicht siehst

Berührungsängste und Unwissenheit machen das Thema „Behinderung“ zu einem Tabu und blockieren die Entwicklung eines natürlichen Miteinanders. Gerade in den ländlichen Gegenden der neuen Bundesländer ist die Situation von Menschen mit Beeinträchtigung aufgrund der wachsenden Intoleranz schwierig. In Form einer Projektwoche lernen die Kinder während des Regelunterrichtes in einem theaterpädagogischen Workshop spielend die Lebenswelt von Menschen mit körperlicher Behinderung kennen und die Normalität ihrer „Eigenartigkeiten“ zu begreifen. Am Ende des Workshops steht eine kleine Theateraufführung, die dem Rest der Schule präsentiert wird. Das Projekt-Team besteht aus einem Theaterpädagogen und einem „Schauspieler“ mit Behinderung. Durch die intensive, persönliche und emotionale Auseinandersetzung mit dem Thema möchten wir bei den in diesem Alter noch eher vorbehaltsloseren Kindern die Idee, Behinderung als Ausprägung gesellschaftlicher Vielfalt zu verstehen, versuchen zu verankern.

Ambulant Unterstütztes Wohnen

"Wohnen wie ich es will"

Eine hohe Lebensqualität hat viel mit selbstbestimmtem Wohnen zu tun. "Wohnen wie ich es will" – das ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit. Was aber wenn Menschen mit Behinderung unabhängig wohnen möchten? Dann sollten sie das auch tun können, dachte sich die "Lebenshilfe Coburg Stadt und Land" – ein kleiner Verein, der sich 2010 aus einer Selbsthilfegruppe von Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen gründete. Seitdem helfen sie Betroffenen nicht nur bei der Wohnungssuche und dem Umzug, sondern greifen auch unter die Arme, wenn der Alltag bewältigt werden will. Ein eigener Assistenzdienst hilft auf Wunsch bei der Orientierung im neuen Umfeld, im Haushalt, begleitet zu Behörden und Ärzten. Der Verein schafft so eine Wohngemeinschaft für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die sonst auf ein Heim angewiesen wären. Ein Leben inmitten der Gesellschaft – die Lebenshilfe macht es möglich.

Drensteinfurter Sonnenstrahl e.V.

Wie in den Jahren 2009, 2010, 2011 sollen auch im Jahre 2013 120 Kinder (gesunde und Kinder mit Behinderung, Kinder aus sozialschwachen Familien) in diesem Projekt eine Woche lang gemeinsam im Team ihre Fähigkeiten ausprobieren, ihr Selbstvertrauen stärken, ihre Schwächen und Ängste überwinden und dadurch die Chance bekommen, einen weiteren Schritt im Leben für ihre kleine Persönlichkeit zu tun. Sie lernen den Umgang mit behinderten Kindern, sie zu akzeptieren auch zu erkennen, welche Fähigkeiten diese Kinder haben und wie auch hier gemeinsam Spaß gewonnen werden kann. Die Kinder bauen „Wände“ ab, finden Vertrauen zu einander und erlernen gegenseitige Achtung.

Geschwister Treff

Das Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Geschwister Treffs für Geschwister von Menschen mit Behinderung. Diese erfahren in den Familien häufig weniger Aufmerksamkeit und Zuwendung als ihre Geschwister mit Behinderung. Darüber hinaus werden sie schon früh in die alltäglichen Pflege- und Betreuungsabläufe eingebunden und müssen mehr Verantwortung übernehmen als gleichaltrige Kinder und Jugendliche. Der Geschwister Treff schafft ein umfassendes ressourcenorientiertes Angebot, das die Geschwister in den Mittelpunkt stellt, sie stärkt und unterstützt. Zur Zeit setzt sich das Angebot zusammen aus den Geschwister-Tagen und dem Erlebniswochenende, in denen gemeinsam Freizeit gestaltet und erlebt wird, den themenorientierten Geschwister-Workshops, in denen die Geschwister gemeinsam an der Umsetzung eines Projektes arbeiten, und den Geschwister-Seminaren, in denen die Situation in den Familien thematisiert und konstruktiv bearbeitet wird.

Selbstbestimmt Leben - JETZT!

Gemäß dem Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen (UN-BRK), welches seit März 2009 auch in Deutschland geltendes Recht ist, muss eine selbstbestimmte und vollumfängliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft umgehend gewährleistet und realisiert werden. „Inklusive Gesellschaft“ bedeutet die Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen und uneingeschränkter Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Bereichen des Lebens. Gleichermaßen heißt das, qualifizierte Beratung in diesem Bereich im Land Brandenburg zu realisieren. Konkret meint das, die Schaffung unabhängiger Beratungsstellen rund um das Thema Menschen mit Behinderungen und deren Unterstützung - geführt nach dem „Peer Counseling“ Ansatz. Dies ist erklärtes Ziel dieses Projekts.

SCHANZE ERFAHREN

Reisen mit dem Rollstuhl ist oft schwierig. Man muss lange planen, oft sind die Informationen nicht zuverlässig und Spontanität sowie Individualität sind kaum möglich. In dem Projekt „Schanze erfahren“ werden barrierefreie Touren durch das Hamburger Schanzenviertel angeboten. Die Tourguides – Menschen aus dem Viertel – treffen sich mit Gästen, die nach Hamburg kommen. Abseits von Gruppentouren – maximal zu dritt oder zu viert – zeigen die Bewohner ihre persönlichen Lieblingsplätze, ganz individuell und nach persönlichen Interessen: hippe Bars, schicke Läden, versteckte Hinterhöfe. Das Projekt lebt von den interessanten Tipps der Tourguides, und diese sind ganz selbstverständlich auch barrierefrei. So kann Reisen, Erleben und Begegnen auf einer persönlichen, individuellen Ebene stattfinden – spontan, interessant und eben nicht nur barrierefrei. Die Touren stehen natürlich auch „Fußgängern“ offen.

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