Justiz / Kriminalität

Kunst- und Literaturverein für Gefangene e.V.

Teilhabe am Leben außerhalb der Gefängnismauern

Integration statt Ausgrenzung! Der Kunst- und Literaturverein für Gefangene (KLVG) ermöglicht Straffälligen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, indem er Kunst und Literatur hinter Mauern bringt. Denn Bildung hilft, Rückfälle zu reduzieren! Aufgrund des fehlenden Internetzugangs oder mangels anderer Alternativen des Informationszugangs ist die „Buch- und Medienfernleihe“ des KLVG mit ihrem ca. 25.000 Medien umfassenden Bestand oftmals die einzige Möglichkeit für Gefangene und Patienten in geschlossenen Abteilungen, sich zu informieren, zu unterhalten und zu bilden. Mit dem weiteren Projekt „Kultur hinter Mauern“ bringt der Verein jährlich ca. 100 Veranstaltungen bundesweit in Justizvollzugsanstalten und forensische Kliniken. Comedy, Musik, Improtheater und vieles mehr sorgen für ein paar Stunden Abwechslung vom tristen Haftalltag und stärken so das Gemeinschaftsgefühl und die Sozialkompetenz der Gefangenen.

Ehrenamt Straffälligenhilfe

Der Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e.V. bildet Ehrenamtliche im Justizvollzug sowie in der Nachsorge umfassend aus und begleitet sie professionell. Ehrenamtliche begegnen Inhaftierten von Mensch zu Mensch ohne professionelles Interesse und zeigen ihnen, dass die Gesellschaft sie nicht vergessen hat, sondern sich selbst die Aufgabe stellt, straffällig gewordenen Menschen eine zweite (oder auch dritte) Chance einzuräumen und sie in ihrer Mitte zu begrüßen. Ob langjährige Einzelbegleitungen von Inhaftierten, die sonst gar keinen Kontakt zur Außenwelt haben, Gruppenangebote wie Spiele- oder Kochgruppen sowie Angebote für Angehörige (PartnerInnengruppe, Vater-Kind-Gruppen) oder – wieder in Freiheit – die Besetzung einer Anlaufstelle für Inhaftierte und Entlassene sowie einer weiteren für Angehörige – Ehrenamtliche tragen erheblich zur (Re-)Sozialisierung und damit zu einer friedlicheren und sozialeren Gesellschaft in Hamburg bei.

Tatort Zukunft

Verein für Resozialisierung und Kriminalprävention

Übergeordnetes Ziel ist es, Resozialisierung (Wiedereingliederung von ehem. Straftäter*innen) bei bereits straffällig in Erscheinung getretenen Menschen zu fördern. Bei der „Uni im Vollzug“, besuchen in Freiheit lebende und gefangene Studierende gemeinsam ein rechtlich-kriminologisches Seminar in einem Gefängnis. Hier werden Begegnungsräume geschaffen, in denen miteinander gelernt und diskutiert wird. Der „Glaubhafte Mentor*innen Ansatz“ richtet sich an junge Menschen auf Bewährung. Personen, die in der Vergangenheit selber mit dem Justizsystem zu tun hatten, werden als glaubhafte Mentoren angestellt, um Beziehungen zu aktuell straffälligen jungen Menschen aufzubauen. Da die Mentor*innen aus ähnlichen gesellschaftlichen Schichten kommen, ähnliche kulturelle Hintergründe aufweisen und über „Street Credibility“ sowie ähnliche Erfahrungen mit dem Justizsystem verfügen, können sie schneller, intensivere Beziehungen zu jungen straffälligen Personen aufbauen.

Law Clinic Augsburg

Die Law Clinic Augsburg bietet kostenlose studentische Rechtsberatung im Migrations- und Mietrecht an. Auf Initiative von Studierenden wurde sie Anfang 2015 als Projekt der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg gegründet. Kooperationspartner sind die Stadt Augsburg, die Rechtsanwaltskammer München und „b3 im zib“. Außerdem hat sie mit der Language Clinic als einzige Law Clinic Deutschlands ein eigenes umfangreiches Dolmetscherprojekt aufgebaut, mit Hilfe dessen sie Beratungen in 25 verschiedenen Sprachen anbieten kann. In einem speziell konzipierten Studienprogramm werden die ehrenamtlichen Teilnehmer*innen in verschiedenen Bereichen praxisorientiert geschult, um danach als Berater*innen tätig zu werden. Neben den Beratungen in den Sprechstunden und AnkER-Zentren hält sie Vorträge für Geflüchtete und Ehrenamtliche und trägt mit der öffentlichen Vortragsreihe zur gesellschaftlichen Aufklärung und mit dem Weiterbildungsprogramm für Schulen zur asylpolitischen Bildungsarbeit bei.

Studentische Rechtsberatung der Univ. Passau e.V.

Die Studentische Rechtsberatung der Universität Passau e.V. (SRB) ist ein gemeinnütziger Verein, der kostenlose Rechtsberatung durch ehrenamtliche Jurastudenten anbietet. Unter dem Motto „Rechtsberatung von A bis Z“ werden Studierende der Universität Passau im Zivilrecht und Geflüchtete im Asyl- und Ausländerrecht beraten. Das Ziel ist es, Gesellschaftsgruppen Zugang zu juristischer Beratung zu ermöglichen, für die dieser rechtliche Rat ansonsten zu kostspielig oder unzugänglich ist. Gleichzeitig möchte die SRB die Ausbildung der Jurastudierenden praxisnäher gestalten. Durch ihre Tätigkeit sammeln die Berater wertvolle Praxiserfahrungen und setzen ihr im Jurastudium erlerntes Wissen sinnvoll für bedürftige Menschen ein. Im Jahr 2017 konnte die SRB gemeinsam 225 Mandate abschließen und so ihre Mandanten mit einer rechtlichen Beratung unterstützen.

KonTEXT Leseprojekt für straffällige Jugendliche

Lektürearbeit als Denkanstoß für gefährdete Jugendliche

Das KonTEXT-Leseprojekt der Hochschule München ist ein studentisches soziales Projekt für straffällige Jugendliche. Es richtet sich außerdem an Schulverweigerer in der Jugendarrestanstalt München. Jährlich betreuen dort und in einer weiteren Haftanstalt rund 140 Studierende verschiedener Hochschulen über 100 Lesegruppen. Außerhalb der Haft begleiten sie Jugendliche, die von Richtern durch „Leseweisungen“ zur Teilnahme am Leseprojekt verpflichtet sind. Gemeinsam lesen sie mit den Jugendlichen ausgewählte Romane, reflektieren das Gelesene, stellen Bezüge zum Leben der Betroffenen her und lernen dabei voneinander. Die Lektürearbeit soll die Jugendlichen zum Nachdenken anregen, ihre Lesekompetenz, Bildung und Empathiefähigkeit fördern. Seit Projektstart 2011 profitierten etwa 4.000 Jugendliche und ca. 600 Studierende von den verschiedenen Projektangeboten. Ziel ist es, den Lebensweg der Jugendlichen positiv zu beeinflussen und einen wirksamen Beitrag zur Kriminalprävention zu leisten.

Ehrenamtliche Mitarbeit in der Bewährungshilfe

Bürgerschaftliches Engagement für straffällig gewordene Menschen

Das Projekt besteht seit 2002 im Verein Förderung der Bewährungshilfe in Hessen e.V. Ehrenamtliche werden geworben, geschult, vermittelt und in ihrem Engagement begleitet, damit sie straffälligen Menschen, die unter Bewährung stehen, ergänzende Hilfen anbieten. Das Projekt ist in großen Teilen Hessens aktiv (Rhein-Main, Nordhessen, Limburg und Fulda/Bad Hersfeld). Die Ehrenamtlichen unterstützen z.B. durch Nachhilfe (Schule/Berufsausbildung), Begleitung bei Behördengängen und im Alltag und helfen bei Wohnungssuche, Arbeitssuche und Schuldenregulierung. Auch Hilfen für Angehörige, vor allem für Kinder von Probanden, sind möglich. Die Einsätze erfolgen über einen längeren Zeitraum oder auch ganz punktuell für kurze Aufgaben. Regelmäßig werden Fortbildungen und Praxisreflektionen für die Ehrenamtlichen angeboten. Vier Projektkoordinatorinnen sind hauptamtlich beschäftigt. Das Projekt wird gefördert vom Land Hessen. Die Aufgaben der hauptamtlichen Bewährungshilfe bleiben unberührt.

Drogen – falsch abgebogen

Die Suchtprävention mit Betroffenen von GhJ

Das Einstiegsalter beim Drogenkonsum sinkt stetig. Ein Viertel aller Deutschen (ca. 20 Mio.) hat Erfahrungen mit illegalen Drogen (laut Drogen- und Suchtbericht 2015 der Bundesregierung). Also, Zeit zu handeln! Der Suchtpräventionsunterricht „Drogen-falsch abgebogen“ von "Gefangene helfen Jugendlichen e.V." setzt das Erfolgskonzept des Vereins fort und arbeitet mit zwei Säulen: Prävention für Jugendliche und Stabilisierung der ehrenamtlichen Referenten. Ehemalige und noch Inhaftierte sowie Ex-Drogenabhängige können aufgrund ihrer eigenen Vita den Schülern die schlimmen Auswirkungen des Drogenkonsums authentisch vermitteln: die physischen, psychischen, strafrechtlichen Folgen sowie die Auswirkungen auf das soziale Umfeld. Das Projekt ist bereits erfolgreich als Pilot gestartet. Analog zu den Erfahrungen aus der Vereinsarbeit verspricht die direkte Konfrontation von Betroffenen mit den Jugendlichen einen nachhaltigeren Wirkungsansatz, als klassische, pädagogische Ansätze dies vermögen.

zeugeninfo.de

„Ich weiß nicht, was mich im Gericht erwartet. Ich habe Angst, den Angeklagten wiederzusehen.“ Im Landgerichtsbezirk Stuttgart können Zeugen auf die Zeugenbegleitung der Bewährungshilfe Stuttgart e.V. zurückgreifen. Hier arbeiten drei hauptamtliche und knapp 30 ehrenamtliche Zeugenbegleiter. Sie bieten Unterstützung in Form von Informationen und psychosozialer Begleitung bei Gericht. In letzter Zeit erreichen den Verein vermehrt überregionale Anfragen. Da oft schon Auskünfte über den Verfahrensablauf helfen, Ängste von Zeugen abzubauen, und viele Zeugen mit ähnlichen Fragen und Unsicherheiten konfrontiert sind, wird zukünftig auch eine Website Auskunft geben. Mit dem Projekt „zeugeninfo.de“ steht dann eine Telefon- und Onlineberatung zur Verfügung, die landes- und bundesweit Betroffene über ihre Zeugenrechte und -pflichten sowie über Abläufe bei Gericht aufklärt.

Mitgehzentrale

gemeinsam sicher nach Hause

Das Projekt „Mitgehzentrale“ stellt Frauen eine technische Plattform zur Verfügung, mit deren Hilfe sie sich für den gemeinsamen Heimweg verabreden können. Sicherheit steht bei „Mitgehzentrale“ an erster Stelle. Bevor Frauen an der Plattform partizipieren können, müssen sie sich verifizieren. Die Vision des Projektes ist, dass sich Frauen auf ihrem nächtlichen Nachhauseweg sicher fühlen und unbeschwert das Nachtleben genießen können.

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