Menschen mit Behinderung

Das Geld hängt an den Bäumen

lokal, sozial, nachhaltig

Mit einer gärtnermeisterlich betreuten Gruppe von Menschen mit Handicap wird im Projekt Obst aus privaten Gärten und von Streuobstwiesen geerntet, das sonst ungenutzt bliebe. Daraus wird in einer Slow-Food-Mosterei exquisiter Direktsaft ohne Zusatzstoffe gepresst und im persönlichen Vertrieb im Großraum Hamburg verkauft. Alle Erlöse bleiben zu 100% in der gemeinnützigen GmbH und finanzieren dadurch die Arbeitsplätze der Mitarbeiter. So werden vergessene biologische Ressourcen genutzt, um gesellschaftliche Randgruppen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren und ein ökologisch wertvolles Produkt herzustellen. Das Projekt veranstaltet Social Days, bei denen Unternehmen und Ehrenamtliche das Team bei der Ernte unterstützen. So wird der Austausch zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen gefördert und ein schönes Erlebnis für die Partner des Social Days geboten. In diesem Jahr wurden eigene Streuobstwiesen angelegt, um nachhaltig Obst für die Säfte zu sichern.

Lost Voices Stiftung

"Wir geben den Betroffenen wieder eine Stimme"

Lea liegt mit einem schweren Infekt im Bett. Die massive Erschöpfung und die Schmerzen werden immer schlimmer. Ausruhen bringt keine Erholung. Sie muss von ihren Eltern versorgt werden. Besuche strengen sie zu sehr an. Soziale Isolierung macht sich breit. Nach einer zweijährigen Ärzteodyssee die Diagnose: Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome (ME/CFS). So wie Lea geht es ca. 300.000 Menschen in Deutschland. Es sind vor allem junge Menschen, die durch einen Infekt aus dem Leben gerissen werden. 25% von ihnen sind pflegebedürftig. ME/CFS ist eine bisher unheilbare chronische Multisystemerkrankung, die alle Dimensionen sprengt. Sie stellt einen blinden Fleck des deutschen Gesundheitssystems dar. Es existiert hierzulande keine medizinische, soziale und pflegerische Versorgung für Menschen mit ME/CFS. Für diese verlorenen Stimmen setzt sich die Lost Voices Stiftung ein, um sie ins Blickfeld des Gesundheitssystems zu rücken und Lösungen für die unerhörte Situation zu finden.

Meer bewegen e.V.

Der Verein für barrierefreies Inklusionssegeln in Deutschland

Meer bewegen e.V. ist der Verein für barrierefreies Inklusionssegeln in Deutschland. Durch die Realisierung einer umfassenden Barrierefreiheit auf dem Wasser, die teilweise auf eigenen technischen Entwicklungen beruht, erhalten alle Teilnehmer Zugang zu einem aktiven Segelerlebnis mit maximaler Freiheit an Bord. Bei der Herausforderung, ein Boot zu steuern, erfahren die Segler ein völlig neues, intensives Körpergefühl. Die Erlebniswelt Wasser ist dabei inspirierend, stärkend und bereichernd zugleich. Durch das gemeinsame Segeln von Menschen mit und ohne Behinderung lebt der Verein täglich Inklusion. Der Segelsport eignet sich dafür ideal, denn hier hat zu jeder Zeit der Teamgedanke Vorrang. Alleinig der Wind bestimmt das Tempo – dadurch treten individuelle Behinderungen in den Hintergrund und die Segler bauen auf begrenztem Raum eine besondere Verbindung zueinander auf. Meer bewegen e.V. öffnet jedem Menschen diese Erfahrung, unabhängig von seiner individuellen Behinderung.

discovering hands

Verbesserte Brustkrebsfrüherkennung durch blinde Frauen

discovering hands® setzt den überlegenen Tastsinn blinder und sehbehinderter Frauen zur Verbesserung der Tastdiagnostik im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung ein. In einer 9-monatigen theoretischen und praktischen Fortbildung werden sie in qualifizierten Berufsförderungswerken zu Medizinischen Tastuntersucherinnen (MTU) ausgebildet, vor einem Fachgremium geprüft und in gynäkologischen Kliniken oder Praxen angestellt. Dieses innovative, standardisierte und qualitätsgesicherte Konzept schafft nicht nur zusätzliche Sicherheit für die Erkennung von Brustveränderungen, sondern ermöglicht Frauen mit Sehbehinderung, selbstbestimmt und sinnstiftend ihre besonderen Stärken zum Wohle der Gemeinschaft, im besten Fall lebensrettend, einzusetzen. Das discovering hands MTU-Forum e.V. will Medizinischen Tastuntersucherinnen durch Beratungs- und Betreuungsleistungen, Fortbildung und Ausgabe von Stipendien ein optimales Arbeitsumfeld ermöglichen; die operative Basis hierzu wird im Projekt erarbeitet.

Tabalingo

Sport ohne Leistungsdruck

TABALiNGO Sport & Kultur integrativ ist eine gemeinnützige Organisation in Stolberg in der StädteRegion Aachen, die seit 2010 ihren mittlerweile über 300 Teilnehmern integrativ-inklusive sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten bietet: Fußball und Ballspaß, Kreatives Tanzen und Paartanz, Theater und Schwarzlichttanztheater, Yoga, Tai Chi und Stockkampfkunst, Pump (Hanteltraining), Voltigieren, Bouldern und Graffiti sowie Ferien- und Wochenendfreizeitprojekte. Das Motto ist "Sport ohne Leistungsdruck".
Tabalingo bringt Menschen, für die das bisher aus verschiedenen Gründen nicht möglich war, in kulturelle Aktivitäten und den Sport: Tabalingo ermöglicht gerade Menschen aus sozial schwierigem Umfeld Teilhabe und eröffnet damit die Inklusion für Menschen mit Behinderung und schafft Begenung für die, die Vielfalt mögen und sich auf die Individualität der Anderen einlassen. Diese Verknüpfung hat einen enormen Zulauf an Menschen gebracht, der weiter anhält.

downsyndromberlin e.V.

Der gemeinnützige Verein "downsyndromberlin e.V." wurde im Sommer 2015 gegründet und engagiert sich für mehr Lebensqualität von Menschen mit Down-Syndrom. Nahezu alle aktiven Mitglieder sind Eltern eines oder zweier Kinder mit dem Down-Syndrom. Die Familien werden im Alltag mit vielen Vorurteilen konfrontiert, die Menschen mit Down-Syndrom auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben „behindern“. Diesen Vorurteilen und Ängsten möchte der Verein begegnen mit Beratung, Aufklärung, Fortbildung und vielerlei Kontakten. Als Ansprechpartner, Mutmacher und Ratgeber für Familien, die ebenfalls ein Chromosom mehr zuhause haben, bieten die Vereinsmitglieder auch Informationen und Fortbildungen für Professionelle (Mediziner, Therapeuten, Erzieher, Lehrer etc.) an. Darüberhinaus organisieren sie kleine und große öffentlichkeitswirksame Aktionen, damit die Menschen in Berlin und Brandenburg ein realistisches Bild von Menschen, die mit dem Down-Syndrom leben, erhalten.

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