Menschen mit Migrationshintergrund

Soziales Mentoring für Integration

Psychosoziale Versorgung von Flüchtlingen u. Migranten

Gegenwärtig engagieren sich in Deutschland viele tausend ehrenamtlich Helfende, um Geflüchteten einen guten Start in unserem Land zu ermöglichen. Ungefähr die Hälfte der Ankommenden ist mit psychischen Problemen oder Traumata belastet. Das stellt die Helfenden vor große Herausforderungen. Ohne passgenaue Versorgung werden psychische Probleme weiter verstärkt, weil Bewältigungsversuche fehlschlagen. Die Arbeit der Helfenden ist gleichzeitig soziales Mentoring und Integrationsarbeit (somenti). Allerdings geraten sie als Laien während der interkulturellen Kontakte nicht selten an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit. Tritt Erschöpfung ein, droht das Engagement abzubrechen. Verwaltungen oder Behörden können hier nicht einspringen, eher besteht die Gefahr, dass die Welle der Hilfsbereitschaft abebbt. Das somenti-Projekt will die Widerstandskraft der Helfenden für die kulturelle Herausforderung stärken und sie durch den Aufbau einer psychosozialen Koordinationsstelle unterstützen.

Welcome Dinner

Hamburger laden ein

Beim "Welcome Dinner" in Hamburg laden Einheimische Flüchtlinge zu sich nach Hause zum Abendessen ein. Die Idee dahinter: Viele Flüchtlinge lernen kaum Hamburger kennen, geschweige denn ihr Zuhause. Auch haben sie oft wenig Möglichkeiten, außerhalb der Sprachkurse Deutsch zu sprechen. Gleichzeitig möchten viele Hamburger die Flüchtlinge in ihrer Stadt willkommen heißen, wissen aber oft nicht, wie, oder sie haben wenig Zeit, sich zu engagieren. Ein Abendessen im eigenen Zuhause ist etwas sehr Persönliches, eine Geste der (Gast-)Freundschaft. Mittlerweile tragen 45 junge Ehrenamtliche in Hamburg mit "Welcome Dinner" zur Integration im Alltag bei – von Hamburger zu Hamburger. Insgesamt haben wir bereits fast 1.500 Dinner organisiert - und die allermeisten "Paare" bleiben nach dem Abendessen in Kontakt, gehen zusammen Fußball spielen, besuchen ein Konzert oder suchen eine Praktikumsstelle oder Wohnung für den Flüchtling.

Refugee Law Clinic Munich e. V.

Studentische Rechtsberatung für Geflüchtete

Der gemeinnützige Verein Refugee Law Clinic Munich e.V. bietet Geflüchteten eine kostenlose Anlaufstelle für Rechtsberatung an. Die Ratsuchenden sollen einen Ort vorfinden, an dem sie persönlich, individuell und in ihrer Muttersprache beraten werden. Die Rechtsberatung wird dabei von 60 Studenten der Rechtswissenschaft durchgeführt. Durch die Beratung sammeln sie Praxiserfahrung und lernen im Team, Lösungen für rechtliche Probleme zu finden. Dafür durchlaufen die Mitglieder eine obligatorische Ausbildung mit theoretischen und praktischen Elementen. Sie werden in ihrer täglichen Arbeit von 15 erfahrenen Rechtsanwälten angeleitet. Mit dem Beratungsstipendium von startsocial hat der Verein seine Arbeit optimiert und die Beratung qualitativ aufgewertet, dem Verein nachhaltig Struktur verliehen und ihn auf die Herausforderungen, denen sich ein ständig wachsender Verein stellen muss, vorbereitet.

TrauDichPlus

Ahmet ist stolz! Er hat einen Ausbildungsplatz erhalten! Dorthin geführt hat ihn die Maßnahme „TrauDich“, die sein Profil erfasste und auf ein passendes Berufsfeld lenkte. Integro e.V., bei dem „TrauDich“ angesiedelt ist, half in 2015 auf diese Weise 90 und in 2016 bereits 60 Flüchtlingen, in den deutschen Arbeitsmarkt zu kommen. Dies gelingt durch Kooperation mit den JobGate-Messen der bildungsagentur GmbH, die 75% der so trainierten Flüchtlinge in Praktikum und Ausbildung bringt - zusätzlich unterstützt durch Individualakquise. Ein Stamm ehrenamtlicher Ausbildungslotsen aus Firmen („TrauDichPlus“) begleitet diese jungen Menschen bis zum Ende des 1. Ausbildungsjahres, um einen Abbruch zu verhindern. Dieses erfolgreiche Paket „TrauDichPlus“ wird in München bis zu 400 Jugendliche jährlich betreuen und in anderen bayerischen Städten erprobt werden. Mit größeren Firmen, Flüchtlings-Berufsschulen, Arbeitsagenturen, Heimen plant Integro eine deutschlandweite Umsetzung im Franchisesystem.

Spielraum e.V.

Respekt. Vertrauen. Anerkennung

Der Spielraum e.V. ist ein Verein für offene Kinder- und Jugendarbeit. Seit über 30 Jahren engagieren sich Studierende im Rahmen eines Projekts des Lehrstuhls Sonderpädagogik der Universität Würzburg für Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen und sozialen Milieus in Kitzingen. Im Februar 2000 gründete sich daraus der SPIELRAUM e.V., der frei von Trägern und frei von parteipolitischer Abhängigkeit arbeitet und handelt. Der Verein sieht in der Freizeit von jungen Menschen ein hohes Potenzial an Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten, die leider oftmals ungenutzt bleiben. Freizeit bietet zahlreiche Chancen, neue Erfahrungen zu sammeln, außerhalb von gewohnten Kontexten wie Familie und Schule, und damit auch die Gelegenheit, neue Seiten an sich zu entdecken. Aber auch den Eltern wird die Möglichkeit geboten, mehr „freie Zeit“ für sich zu haben, die sie benötigen und verdienen, um den alltäglichen „Familienstress“ zu meistern.

Willkommensmanagement der AWO Düsseldorf

Miteinander - Füreinander

Die AWO Düsseldorf startete in 2015 mit einem neuen Arbeitsfeld – der Flüchtlingshilfe, welche in hohem Maße vom bürgerschaftlichen Engagement lebt. Aus dem Umgang mit den damit verbundenen Herausforderungen entstand der Projektantrag zum Willkommensmanagement. Für das Projekt wurden folgende Schwerpunkte gelegt:
• Der Aufbau einer Willkommenskultur und die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie im neuen Arbeitsfeld „Flüchtlinge“,
• Die Schaffung eines offensiven Umgangs und einer transparenten Diskussion aktueller Fragestellungen insbesondere mit integrationskritischen Menschen,
• Die Förderung einer optimalen Integration durch ehrenamtliche Betreuung und Unterstützung von Flüchtlingen in den Unterkünften (in Ergänzung zur professionellen Sozialberatung).
Die Bildung einer Wertegemeinschaft der Ehrenamtlichen, die Entwicklung einer Willkommenskultur für die Helfer sowie die Integration der kritischen Akteure stellten die zentralen Ziele des Projektes dar.

Refugee Law Clinic Cologne e.V.

Der Refugee Law Clinic Cologne e.V. (RLCC) bietet seit Mitte 2013 im Kölner Raum kostenfreie studentische Rechts- und Praxisberatung in den verschiedenen Phasen des Migrationsprozesses an. Die RLCC orientiert sich dabei an der Idee der im anglo-amerikanischen Rechtsraum verbreiteten „Law Clinics“ und berät Geflüchtete auf den Gebieten des Asyl- und Aufenthaltsrechts. Der Verein begegnet damit einem wichtigen gesellschaftlichen Problem, indem ihre Mitglieder als Bindeglied zwischen staatlichen Behörden und Geflüchteten fungieren. Zudem ermöglicht er seinen Mitgliedern den Transfer ihrer Fähigkeiten und ihres Wissens in die Praxis. Die aktuell knapp 300 Mitglieder des Vereins werden in einem umfassenden Schulungsprogramm fachspezifisch ausgebildet und intensiv wie einzelfallorientiert von einem Beirat, bestehend aus 16 Volljuristen der Fachgebiete, un-terstützt. Seit Aufnahme der Tätigkeit hat der Verein über 250 Sachverhalte betreut.

German Angel Initiative

mehr Chancen auf ein besseres Leben

Die German Angel Initiative setzt sich dafür ein, dass Flüchtlingskinder und Kinder aus sozial schwachen Familien mehr Chancen auf ein besseres Leben erhalten. Dafür schult das Projektteam studentische Helfer (SuperAngels) und organisiert deren ehrenamtlichen Einsatz an Bonner Grundschulen.

Das individuelle Förderprogramm setzt sich aus drei Hauptbestandteilen zusammen:
1. Sprache: Sprachförderung und Alphabetisierung
2. Schule: Pausen- und Hausaufgabenbetreuung
3. Training sozialer Kompetenzen (PFADE-Programm): Gewaltprävention, Steigerung der Lern- und Leistungsbereitschaft und Verbesserung der Grundlage für empathisches Verhalten, Resilienz, Reflexivität und Demokratiekompetenz

Im Modellprojekt konnte die Initiative von Oktober 2015 bis Februar 2016 mit 38 Studenten 55 Kinder an drei Bonner Grundschulen erreichen und über 3.800 Förderstunden leisten. Seit April ist die Initiative an insgesamt sechs Grundschulen aktiv und erreicht mit 52 SuperAngels mehr als 85 Kinder.

Intecreative

Die Welt kocht im Quadrat

„Intecreative“ ist ein Projekt der weltweiten Studierendeninitiative Enactus an der Universität Mannheim. Das Ziel des Projektes ist es, das Leben von Asylbewerbern nachhaltig zu verbessern und Vorurteile abzubauen. Dafür entwickelte „Intecreative“ das Kulturkochbuch „Intecreative – Die Welt kocht im Quadrat“. In dem Kochbuch erzählen zehn Mannheimer Asylbewerber ihre persönlichen Geschichten und teilen dem Leser ihre Lieblingsrezepte aus ihren Heimatländern mit. Das Buch sensibilisiert den Leser für das Thema Asyl und nimmt ihn zugleich auf eine kulinarische Reise mit. Die Erlöse des Buches fließen direkt und in voller Höhe in die Einrichtung eines Sprachcafés in der Mannheimer Innenstadt, das ein Begegnungsort zwischen Asylbewerbern und interessierten Mitbürgern werden soll. So soll den Asylbewerbern der Anschluss an die Gesellschaft erleichtert werden, damit sie ihre Sprachkenntnisse durch den regelmäßigen Kontakt zu Deutschen weiter verbessern und festigen können.

BildungsBrückenBauen

Interkulturelles Ehrenamtlichenprojekt

Mehr als jede zweite Schülerin und jeder zweite Schüler in München stammt aus einer Familie, die aus dem Ausland nach München eingewandert ist. Für den schulischen Erfolg sind die Unterstützung der Eltern, ihr Wissen über das Schul- und Bildungssystem und eine gute Zusammenarbeit zwischen Familie und Schule von großer Bedeutung. Um aus sprachlicher Sicht noch mehr Migrantengruppen zu erreichen, wurde das Projekt "BildungsBrückenBauen" ins Leben gerufen. Mehrsprachige Ehrenamtliche werden zum Thema "Das bayerische Schulsystem" qualifiziert und engagieren sich als sprachliche und kulturelle Mittlerinnen und Mittler bei Elterngesprächen sowie als Übersetzerinnen und Übersetzer für muttersprachliche Elterninformationsveranstaltungen. Auf diese Weise bauen sie „Bildungsbrücken“. Das Angebot ist für Schulen und Institutionen im Bildungsbereich kostenfrei. Bisher decken mehr als 90 Ehrenamtliche über 62 Sprachen ab.

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