7. Oktober 2026
Gemeinsam stark: Was gute Zusammenarbeit für gesellschaftliches Engagement bedeutet
Was entsteht, wenn Menschen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammenkommen, ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen? Beim startsocial-Abend des Engagements am 29. September in Berlin wurde genau das sichtbar. Rund 200 Gäste und Vertreter*innen von etwa 65 sozialen Initiativen kamen zusammen, um Engagement zu feiern, Erfahrungen auszutauschen und darüber zu sprechen, wie sektorübergreifende Zusammenarbeit gelingen kann.
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens von startsocial stand der Abend unter dem Motto „Gemeinsam stark“. Im Mittelpunkt standen die Menschen, die sich für unsere Gesellschaft einsetzen – und die Überzeugung, dass Engagement besonders viel bewegen kann, wenn Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik ihre unterschiedlichen Stärken zusammenbringen.
Engagement als Rückgrat unserer Gesellschaft
Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt, würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung dieses Engagements und der Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg:
Was wir heute feiern, ist mehr als ein Jubiläum. Es ist das Beweisstück dafür, dass ein Netzwerk, das auf freiwilligem Engagement, wirtschaftlicher Expertise und gesellschaftlicher Verantwortung basiert, ein unverzichtbares Rückgrat für unser Land bildet.

© Gordon Welters / startsocial e.V.
Auch Ulrike Zeiler, Personalvorständin der Allianz Versicherungs-AG und Geschäftsführerin der Allianz ONE Business Solutions GmbH, stellte in ihrem Impuls heraus, wie eng Wirtschaft und Gesellschaft miteinander verbunden sind. Unsere Gesellschaft funktioniere nicht in voneinander getrennten Bereichen, sondern als Ökosystem, in dem alle aufeinander angewiesen seien.
Dabei hob sie besonders hervor, was soziale Initiativen in dieses Zusammenspiel einbringen:
Soziale Initiativen bringen etwas ein, das für viele Lösungen unverzichtbar ist: Die Nähe zu den Menschen. Die Nähe zu den konkreten Lebensrealitäten und die Nähe zu den Herausforderungen – lange bevor sie in statistischen Erhebungen oder in irgendwelchen Berichten sichtbar werden.

© Gordon Welters / startsocial e.V.
So vielfältig ist gesellschaftliches Engagement
Wie unterschiedlich dieses Engagement aussehen kann, zeigten die zahlreichen Initiativen des Abends.
Silbernetz aus Berlin wirkt mit einem niedrigschwelligen Gesprächsangebot Einsamkeit im Alter entgegen – mehr als eine Million Anrufe sind dort seit dem Start eingegangen. Save Ukraine e.V. unterstützt in Halle (Saale) vom Krieg betroffene Menschen aus der Ukraine bei psychosozialer Stabilisierung, Integration und gesellschaftlicher Teilhabe.
Radeln ohne Alter Deutschland e.V. ermöglicht Menschen mit eingeschränkter Mobilität gemeinsame Rikscha-Ausfahrten und hat deutschlandweit bereits knapp 56.000 Menschen erreicht. Die JugendNotmail gGmbH berät jeden Monat rund 1.000 Jugendliche online und anonym – bei Liebeskummer und familiären Konflikten ebenso wie in schweren psychischen Krisen.
Und im bayerischen Miesbach ist mit dem Bunten Haus ein offener Begegnungsort entstanden, der Menschen zusammenbringt: Allein im vergangenen Jahr fanden dort mehr als 1.400 Veranstaltungen mit über 30.000 Besucher*innen statt.
Diese Beispiele zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Vielfalt der rund 65 sozialen Initiativen, die beim Abend des Engagements vertreten waren.
Was braucht es, damit Zusammenarbeit gelingt?
Ein Schwerpunkt des Abends war die Frage, wie Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik noch besser zusammenarbeiten können. In einer Podiumsdiskussion kamen dafür unterschiedliche Perspektiven zusammen: von ZWEITZEUGEN e.V. und der Hacker School gGmbH über die Deutsche Bank und ProSiebenSat.1 bis hin zum Bundeskanzleramt.
Eine zentrale Erkenntnis: Gute Zusammenarbeit beginnt damit, die Perspektive der anderen Seite wirklich zu verstehen. Unterschiedliche Arbeitsweisen, Ressourcen und Rahmenbedingungen können zunächst eine Herausforderung sein. Gleichzeitig liegt genau darin eine große Chance – wenn alle Beteiligten bereit sind, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Dass daraus langfristige Partnerschaften entstehen können, zeigt beispielsweise die Verbindung zwischen der Deutschen Bank und ZWEITZEUGEN e.V., die aus dem startsocial-Netzwerk hervorgegangen ist.
Dabei funktioniert Wissenstransfer keineswegs nur in eine Richtung. Unternehmen können soziale Initiativen mit Fachwissen und Erfahrung unterstützen. Gleichzeitig können sie selbst viel von ihnen lernen – etwa über Resilienz, Durchhaltevermögen, Pragmatismus und darüber, wie mit begrenzten Ressourcen große Wirkung erzielt werden kann.

© Gordon Welters / startsocial e.V.
Seit 25 Jahren gemeinsam stark
Genau dieser Austausch ist seit 25 Jahren ein zentraler Gedanke von startsocial. Menschen aus unterschiedlichen Bereichen bringen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven zusammen, um soziale Initiativen zu stärken und gesellschaftliches Engagement weiterzuentwickeln.
Der Abend des Engagements hat gezeigt: Wenn Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik aufeinander zugehen, entstehen nicht nur neue Perspektiven. Es können Verbindungen wachsen, die langfristig Wirkung entfalten – und Menschen gemeinsam mehr bewegen lassen.

© Gordon Welters / startsocial e.V.
Weitere Eindrücke vom startsocial-Abend des Engagements finden Sie auf unseren Social Media Kanälen. Auf Instagram können Sie zudem unsere Kampagne anlässlich von 25 Jahren startsocial mit 25 Geschichten, Daten & Fakten sowie Menschen von startsocial entdecken.